Apr 12

Dürren haben in den vergangenen 30 Jahren in der Europäischen Union sowohl zahlenmäßig als auch an Stärke drastisch zugenommen haben – und dürften mindestens 100 Milliarden Euro gekostet haben. So steht bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) das Thema “Wasserverbrauch in der Landwirtschaft” ganz oben auf der Agenda. Kein Wunder, fließen doch rund zwei Drittel des gesamten Wasserverbrauchs innerhalb der EU  in die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.

Peter Gammeltoft, Abteilungsleiter für den Bereich Wasser im Kommissionsdirektorat Umwelt, rechnet in den nächsten Jahrzehnten auch in Mittel- und Osteuropa verstärkt mit Dürre und Wasserknappheit.  Aktuell drohen vor allem Süd- und Südosteuropa enorme Wasserprobleme – was Touristen oft nur am Rande mitbekommen, ist für Landwirte in Ländern wie Portugal oder Spanien existenzbedrohend. Als langfristigen Ausweg fordert die EU-Kommission: “Der Grundsatz, dass der Verbraucher zahlt, sollte zur Regel werden, egal woher das Wasser stammt”. Zudem könnte ein angemessener Preis einen bewussteren Umgang mit der Ressource bewirken. Der Ausbau der Wasserversorgung ist für sie erst die letzte Option.

Im Grunde zeicnet die EU-Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahre 2000 diesen Weg schon vor. Sie gibt den EU-Staaten bis 2010 Zeit, durch die Wassergebührenpolitik angemessene Anreize für die Benutzer zu schaffen, die Ressourcen effizient und nachhaltig zu nutzen. Das ist oft nicht der Fall: Zum einen fehlen verpflichtende Mess-Systeme in der Landwirtschaft, zum anderen stellen einige Länder der Landwirtschaft Wasser zur Bewässerung weiterhin kostenlos zur Verfügung.

Mit einer geänderten und nachhaltigen Wasserpolitik in der Landwirtschaft (wie auch im Tourismus) könnte der Gesamtwasserverbrauch um 20 bis 40 Prozent reduziert werden, schätzt die EU-Behörde.

Weitere links zum Thema:

Artikel in den Nürnberger Nachrichten

Bericht Euroaktiv.com

News ORF.at

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