Sickerwasser in Deponien enthält gelöste Schadstoffe aus den abgelagerten Abfällen. Es entsteht durch das Eindringen von Niederschlagswassers an den offenen Stellen der Deponie, aber auch durch biochemische Prozesse im Deponiekörper. Dieses Sickerwasser muss kontrolliert abgeleitet werden, da es sonst zu einem Sickerwasserstau und zu einem gefährlichen hydrostatischen Druck in der Deponie kommen würde, der die Oberflächenabdichtung bzw. die Deponie von innen her zerreißen würde. Das Sickerwasser selbst hat einen sehr hohen Salzgehalt (deutlich über dem von Meerwasser) und Spuren von organischen Verbindungen. Deswegen muss das Sickerwasser vor Einleitung in Fließgewässer oder Kläranlagen behandelt werden.
Umkehrosmoseanlagen sind eine sehr gute Alternative, um die Salzkonzentration zu reduzieren. Während bei biologischen Kläranlagen, die häufig bei der Sickerwasserreinigung zum Einsatz kommen, die Zunahme der Salzkonzentration im Laufe der Zeit problematisch ist, spielt das bei der Umkehrosmose keine Rolle. Das Wasser muss hier nicht verdünnt werden, bevor es gereinigt werden kann. Ein Vorteil, spart es doch Ressourcen. Zudem ist auch die Reinigungsleistung höher. Durch die Umkehrosmose wird der größte Teil der gelösten Salze aus dem behandelten Wasser entfernt. In den konventionellen biologischen Kläranlagen wird dagegen die Salzfracht nicht nennenswert reduziert, sondern lediglich umgerührt.
Der Main-Kinzig-Kreis, Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, hat dies in seinen Deponien Gelnhausen-Hailer und Schlüchtern-Hohenzell erfolgreich umgesetzt. Mehr zu Anlagen, Details und Verfahrensprozesse, können Sie hier nachlesen.
Eine weitere Anwendung finden Sie beim Zweckverband Abfallwirtschaft in Westsachsen.
Tags: Deponien, Main-Kinzig-Kreis, Salzgehalt, Sickerwasser, Umkehrosmose, Westsachsen, Zweckverband














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